Hockeyherren mit spektakulärem Unentschieden

von Daniel Löpsinger (Kommentare: 0)

Mit dem Kantersieg aus der Vorwoche im Rücken fuhren die Hockeyherren der SG Vaihingen-Ludwigsburg mit entsprechendem Selbstvertrauen nach Karlsruhe. Klar war, dass es ein deutlich schwereres Spiel werden sollte, ein Sieg wurde aber dennoch angepeilt. Zu Spielbeginn stimmte die Formation bei den Gästen allerdings überhaupt nicht. Direkt nach dem ersten Ballverlust konnte Karlsruhe die Defensive leicht überwinden und hatte allein vor Torhüter Daniel Löpsinger die Doppelchance zur Führung. Spielertrainer Romano Konwiarz reagierte daraufhin sofort und tauschte die Positionen innerhalb der Abwehr. Im nächsten Angriff konnte sich das Heimteam aber erneut über den Flügel durchsetzen. Eine scharfe Flanke wurde vom SG-Torhüter abgelenkt. Der zweite Ball landete aber wieder beim KTV. Ein verunglückter Rückhandschuss entwickelte sich als Bogenlampe zur Flanke. Am langen Pfosten konnte der Karlsruher Stürmer den Ball ungestört aus der Luft über die Torlinie drücken und die frühe Führung erzielen. „Die ersten fünf Minuten hat es defensiv nicht gepasst. Es fehlten einige Spieler und deshalb mussten wir die Abwehr komplett umstellen.“, stellte Romano Konwiarz fest. Danach drehte sich das Spiel allerdings komplett. Der SG gelang es wieder die Räume komplett zuzustellen. Karlsruhe verlor den Ball meistens schon beim ersten Pass im Spielaufbau. Die SG Vaihingen-Ludwigsburg konnte dutzende Chancen herausspielen. Jedoch gelang weder aus dem Spiel heraus, noch nach mehreren Strafecken der Ausgleich. Wenige Minuten vor der Halbzeit kam der KTV mit einem Konter nochmals vor das Gästetor, scheiterte aber im eins gegen eins. Die letzte Aktion in der ersten Hälfte gehörte dann nochmals den Gästen. Ein langer Flugball erreichte Timo Stephan, der diesen auch im Tor unterbrachte. Der Schiedsrichter gab das Tor jedoch nicht, was eine Fehlentscheidung war. In der Pause forderte Romano Konwiarz sein Team auf noch mehr über die Flügel zu spielen, um dort den klaren Geschwindigkeitsvorteil der eigenen Spieler auszunutzen. Auch die Anspielstationen im Schusskreis wurden optimiert.

Der Spielverlauf setzte sich in den zweiten 35 Minuten nahtlos fort. Die SG vergab jedoch weiterhin eine Chance nach der anderen. Der Ball ging entweder am Tor vorbei, wurde zu zentral geschossen oder Flanken knapp verpasst. „Der Schusskreis war durch den tief stehenden Gegner auch extrem voll, sodass man nie viel Zeit zum Abschluss hatte. Trotzdem hätten wir natürlich eine der Gelegenheiten nutzen müssen.“, beschreibt Timo Stephan die vergebenen Ausgleichsmöglichkeiten. Mit fortschreitender Spielzeit verbreitete sich bei den Gästen immer mehr der Eindruck, dass es trotz der drückenden Überlegenheit womöglich nicht zum Sieg reichen würde. „Am Anfang ist man sich sicher, dass man das Spiel bei so vielen Chancen gewinnt. Wenn es dann aber irgendwann nur noch zehn Minuten sind, kommt Frust auf.“, beschreibt Kapitän Jan-Michael Zeeb die Stimmung auf dem Feld. Die Karlsruher überquerten zwei Minuten vor Spielende erstmals die Mittellinie in der zweiten Halbzeit. Ein Freischlag am gegnerischen Schusskreis verunglückte eigentlich. Dies überraschte die Gästedefensive allerdings so sehr, dass der Ball zum Stürmer durchkam und dieser vor dem leeren Tor stand. Abwehrspieler und Torhüter versuchten das Gegentor noch zu verhindern, aber Karlsruhe gelang es den Ball über die Linie zu drücken. Die Karlsruher Spieler konnten ihr Glück selbst kaum fassen, da das Spiel gewonnen schien. Direkt nach Wiederanpfiff konnte die SG eine Strafecke herausholen, die Jan-Michael Zeeb mit einem Flachschuss ins Toreck vollendete. Es verblieben noch 50 Sekunden Spielzeit. Erneut eroberten die Gäste den Ball und bekamen einen Freischlag. Nach anfänglicher, falscher Ausführung wurde dieser wiederholt und erneut kam es zur Strafecke. Das Spiel wurde bereits abgepfiffen. Allerdings werden Strafecken im Hockey auch nach Spielende noch ausgeführt. In der spielentscheidenden Situation behielt Felix Humbeck die nötige Ruhe, um mit einer Kopie des 1:2 tatsächlich noch den Ausgleich zu erzielen. „Nach diesen letzten Minuten war das Unentschieden ein gefühlter Sieg für uns. Nüchtern betrachtet hätten wir natürlich haushoch gewinnen müssen.“, stellt Torhüter Daniel Löpsinger nach dem Spiel klar.
Am kommenden Wochenende ist aufgrund der 30-Jahr-Feier des Club an der Enz spielfrei. Der nächste Gegner wartet dann nochmals eine Woche später beim Auswärtsspiel in Freiburg.

Es spielten: Daniel Löpsinger - Romano Konwiarz, Philipp Gerstung, Felix Humbeck, Timo Stephan, Steffen Eger, Jörg Seifert, Jan-Michael Zeeb, Reinhard Bronner, Horst Wiesebrock, Karim Kohler, Jakob Brandauer.

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